Die Initiative zum Erhalt des Heilpraktikerberufes

Ihre Stimme ist gefragt!

Sie wollen sich engagieren und den Beruf des Heilpraktikers schützen? Schreiben Sie ein paar Sätze!

Wertvolle Erfahrungsberichte

Erzählen Sie Ihre Patientengeschichte und teilen Sie mit, warum Ihr Heilpraktiker so wichtig für Sie ist.

Auf dieser Seite finden Sie kurz und knapp einige Fakten und Hintergründe zum Heilpraktiker und seiner Rolle im deutschen Gesundheitswesen. Denn: Der Beruf des Heilpraktikers ist in Gefahr.

Seit Jahren wird mit intensiver Lobby-Arbeit versucht, den Beruf des Heilpraktikers in Misskredit zu bringen und ihn möglichst ganz abzuschaffen. Dahinter steckt – leicht durchschaubar – das Ziel, die medizinisch-therapeutische Landschaft in Deutschland zu vereinheitlichen, um sie besser zu kontrollieren und Gewinne zu maximieren.

Die permanente Anti-Heilpraktiker-Propaganda zeigt Erfolge: Auch namhafte Verlage und Fernsehsender zeichnen  inzwischen das Bild des Heilpraktikers als gefährlichem oder zumindest weltfremdem Scharlatan. Gesundheitsminister Jens Spahn lässt die Abschaffung des Heilpraktikers prüfen.

Wenn Sie der Überzeugung sind, dass es auch künftig Heilpraktiker geben soll, zum Beispiel, weil Sie selbst positive Erfahrungen mit Heilpraktikern gemacht haben, dann sagen Sie hier Ihre Meinung! Bitte begründen Sie, etwa am Beispiel Ihrer persönlichen Geschichte, warum Sie den Beruf des Heilpraktikers sinnvoll und wichtig finden.

Wir werden eine repräsentative Auswahl an – sinnwahrend gekürzten und anonymisierten – Texten auf dieser Seite veröffentlichen. Vor allem aber liefern uns Ihre Aussagen und Ihre Unterstützung Argumentationshilfen bei unserem Kampf für den Erhalt des Heilpraktikerberufs in Deutschland.

Dazu müssen Sie sich registrieren. Ihre Daten werden selbstverständlich vertraulich behandelt und unterliegen zudem den Grundsätzen der DS-GVO.

Die besten Gründe sprechen für den Heilpraktiker


Heilende Unternehmerinnen

„Der typische Heilpraktiker“ ist eine Heilpraktikerin: 74 Prozent der in diesem Beruf Tätigen sind weiblich. Der Beruf des Heilpraktikers leistet damit einen wichtigen Beitrag zur beruflichen Selbstständigkeit und finanziellen Unabhängigkeit von Frauen. Als selbstständige Unternehmerinnen sind die Heilpraktikerinnen auch in punkto „Vereinbarkeit von Familie und Beruf“ Beispiel gebend.

Ständige Fortbildungen

Heilpraktiker lassen es nicht bei ihrer einmal abgeschlossenen Ausbildung bewenden. Im Schnitt investiert jeder Heilpraktiker etwa 90 Stunden (!) jährlich in berufsspezifische Fortbildungen. Zum einen engagieren sich die großen Berufsverbände mit Sicht auf das Patientenwohl für ein fortdauernd hohes Leistungsniveau ihrer Mitglieder. Vor allem aber ist es die Begeisterung für den eigenen Beruf und seine Chancen und Möglichkeiten bei der Arbeit mit Menschen, die Heilpraktiker Fortbildungen besuchen lässt.

Fachlicher Hintergrund

Heilpraktiker verbinden in ihrer Arbeit oft „das Beste zweier Welten“. Fast alle haben vor der Ausbildung zum Heilpraktiker in einem anderen Beruf gearbeitet und bringen entsprechende Erfahrung mit, etwa klientenzentriertes Denken oder kommunikative Fähigkeiten. Und rund 40 Prozent verfügen neben dem staatlich zugelassenen Heilpraktiker noch über eine weitere medizinische Fachausbildung.

Kurze Wege, kurze Wartezeiten

Gerade im ländlichen Raum ist die medizinische Versorgung vielfach unbefriedigend. Wenn es überhaupt einen Facharzt gibt, muss man mit langen Wartezeiten rechnen. Die Heilpraktiker leisten einen wichtigen Beitrag zur Gesundheitsversorgung der Bevölkerung: Fast zwei Drittel aller Heilpraktiker arbeiten in Kleinstädten beziehungsweise im ländlichen Raum. Und auf einen Termin muss niemand lange warten; in der Regel sind Vorgespräch oder Behandlung binnen einer Woche möglich.

Sie entscheiden selbst

Es geht um Ihre Gesundheit – individueller geht es nicht. Wahlfreiheit im Gesundheitswesen bedeutet nicht nur, zwischen Schulmediziner A und Schulmediziner B entscheiden zu können, sondern gegebenenfalls auch zum Heilpraktiker zu gehen: Es gibt viele Erkrankungen, bei deren Behandlung die klassische Schulmedizin das Mittel der Wahl ist. Doch in mindestens ebenso vielen Fällen bieten Heilpraktiker eine – oftmals sogar schnellere und mit weniger Nebenwirkungen verbundene – Alternative. Diese Wahlfreiheit ist ein hohes Gut, das es zu schützen gilt.

Gewachsenes Vertrauen

Viele Menschen gehen seit Jahren zu „ihrem“ Heilpraktiker. Dabei spielt neben dessen fachlicher Expertise die soziale Komponente eine große Rolle – Zeit für ein ausführliches Gespräch haben niedergelassene Ärzte nur selten. Das über Jahre gewachsene Vertrauen zu ihrem Gesundheitsfachmann / ihrer Gesundheitsfachfrau ist Patienten wichtig.

Schnell Hilfe finden

Für viele Hilfesuchende ist der Weg durch die Instanzen - über Gutachter und Vergabestellen, mit Wartezeiten und Terminen bei unbekannten Ärzten - unangenehm und mit zusätzlichem Leidensdruck verbunden. Die Heilpraktiker bieten den Patienten die Möglichkeit, schnell und direkt selbst aktiv zu werden – ohne jemanden fragen zu müssen und ohne lange Wartezeiten. Die Vernetzung der Heilpraktiker untereinander erlaubt gegebenenfalls die unkomplizierte „Überweisung“ an spezialisierte Kollegen.

Ungeahnte Möglichkeiten

In der Schulmedizin kommen fast nur Verfahren und Medikamente zum Einsatz, die die Krankenkassen „genehmigt“ haben, denn die Kassen tragen die Kosten. Besonders deutlich wird das im Bereich der Psychotherapie: Niedergelassene Psychotherapeuten dürfen lediglich drei sogenannte Richtlinienverfahren mit der Kasse abrechnen. Den Heilpraktikern steht dagegen die ganze Palette therapeutischer Instrumente zur Verfügung – bei seelischen und psychischen Themen ebenso wie bei körperlichen Beschwerden. Sehr häufig berichten Patienten von ungeahnt schnellen und unkomplizierten Heilerfolgen durch die Anwendung von durch die Kassen nicht unterstützten Therapiemethoden, wie am Beispiel der Homöopathie eine repräsentative Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach zeigt: Fast neun von zehn Anwendern bescheinigen der Homöopathie den gewünschten Heilerfolg, davon 48 Prozent ohne jede Einschränkung. Hervorgehoben werden dabei meist besonders gute Verträglichkeit und wenig Nebenwirkungen.

Monate lang warten?

Die Wartezeiten für einen Termin beim Facharzt sind generell beachtlich – ganz besonders gilt dies aber bei Psychotherapien und dort noch einmal verstärkt, wenn es um Kinder und Jugendliche geht. Wartezeiten von mehreren Monaten, ehe es nur zu einem ersten Gespräch kommt, sind keine Seltenheit. Solche Zeiträume sind für jeden Menschen mit einem akuten Problem eine Zumutung. Im Falle von Kindern und Jugendlichen können sich psychische Beeinträchtigungen und Verhaltensstörungen in einigen Monaten aber bereits chronifizieren. Bei Heilpraktikern für Psychotherapie beträgt der Zeitraum zwischen Erstkontakt und Beginn der Therapie in der Regel kaum mehr als eine Woche. Noch ein Aspekt: Würde der Beruf des Heilpraktikers – wie von bestimmten Kreisen mit Nachdruck gefordert  - tatsächlich abgeschafft, würden all die Menschen, die aktuell bei einem Heilpraktiker für Psychotherapie in Behandlung sind, in die Praxen der niedergelassenen Psychotherapeuten und Psychologen drängen. Das würde die ohnehin angespannte Situation weiter verschärfen.

Das geht niemanden etwas an

Der „gläserne Patient“ löst bei vielen Menschen Unbehagen aus: Meine Krankengeschichte geht nur den Arzt etwas an, aber wer garantiert, dass beispielsweise die elektronische Gesundheitskarte wirklich sicher ist? Persönliche Daten samt Krankheitsverläufen sind für gewisse Kreise hoch interessant und wertvoll… Die Behandlung beim Heilpraktiker wird nicht aktenkundig. Jede Information bleibt da, wo sie hingehört.

Schon so viel versucht…

Viele Menschen kommen erst nach Jahren der Krankheit und nach etlichen gescheiterten Therapieversuchen zum Heilpraktiker. Manche galten sogar als „austherapiert“ – sie müssten vermeintlich mit Schmerzen und Beeinträchtigungen leben. Gar nicht selten gelingt es einem Heilpraktiker dank der Vielzahl ihm zur Verfügung stehender Therapiemethoden aber auch in solchen Fällen, eine grundlegende Linderung oder sogar Heilung zu erreichen – ein Erfolg, an den viele Betroffene selbst nicht mehr glaubten. Erfahrungsberichte bestätigen das immer wieder.

Ergänzung, keine Konkurrenz:

Heilpraktiker verstehen sich nicht als Konkurrenz zu niedergelassenen Ärzten, sondern als Ergänzung. 70 Prozent geben an, dass sie mit anderen Berufsgruppen im heilberuflichen Netzwerk eng zusammenarbeiten. Dazu zählen Ärzte, Physiotherapeuten, Psychotherapeuten, Hebammen oder Ergotherapeuten und Apotheker. Laut einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Kantar TNS befürworten 75 Prozent der Befragten das Miteinander aus Schulmedizin und ergänzenden Therapien wie Naturmedizin und Homöopathie. 80 Prozent erachten es als wichtig, bei der Wahl ihrer Therapie und Arzneimittel mitentscheiden zu können. Auch vom Hausarzt erwarten die Deutschen inzwischen, dass er ergänzende Medikamente aus der Naturmedizin oder Homöopathie für Therapien wählen und anbieten kann. Es geht also nicht um „entweder – oder“ sondern um „sowohl – als auch“.

Wirtschaftsfaktor in Deutschland

47 000 – mehrheitlich weibliche – Heilpraktiker mit rund 60 000 Beschäftigten sind ein Wirtschaftsfaktor: Ihr Umsatz beträgt derzeit über eine Milliarde Euro jährlich, davon übernehmen die rund 50 Prozent Selbstzahler 530 Millionen Euro. Das bedeutet: Die Komplementärmedizin entlastet Krankenkassen und Versicherungen deutlich. Insbesondere bei der stark ansteigenden Zahl von Patienten mit psychosomatischen Erkrankungen oder Befindlichkeitsstörungen, die durch komplementärmedizinische Therapien gut behandelbar sind, profitiert das Gesundheitssystem von der Arbeit der Heilpraktiker. Hinzu kommt der volkswirtschaftliche Aspekt: Lassen sich körperliche oder seelische Beschwerden schnell beheben, vermeidet das Fehlzeiten im Beruf und senkt damit spürbar die Kosten für die Allgemeinheit.

Die Chemie muss stimmen

Gerade wenn es um die Psyche geht, ist die Sympathie des Patienten seinem Therapeuten gegenüber ein entscheidender Faktor. Wenn die Chemie nicht stimmt, wenn der Patient sich unverstanden fühlt, nützt alle Kompetenz des Behandelnden wenig. Wer sich mit einem psychischen beziehungsweise seelischen Problem an einen Heilpraktiker für Psychotherapie wendet, hat die freie Wahl des Therapeuten und ist nicht an Vorgaben des Kostenträgers gebunden.

Solide Ausbildung

Der staatliche überprüfte Heilpraktiker heißt so, weil er sein Fachwissen gegenüber der maßgeblichen staatlichen Stelle – im Falle der Heilpraktiker repräsentiert durch das Gesundheitsamt – nachgewiesen hat. Der jeweilige Prüfungsausschuss besteht nicht aus Heilpraktikern, sondern aus – unter anderem – Medizinern. Die Prüfungsinhalte sind durch einheitliche Richtlinien definiert. Die immer wieder verbreitete Behauptung, jeder könne quasi im Vorbeigehen die Prüfung zum Heilpraktiker absolvieren, ist Unsinn.

74 %


aller Heilpraktiker sind weiblich

47.000


Heilpraktiker
in Deutschland

2/3


aller Heilpraktiker
arbeiten auf dem Land

Sie sind davon überzeugt dass der Beruf des Heilpraktikers erhalten bleiben soll?

Dann unterstützen Sie die Heilpraktiker jetzt mit unserer Initiative "Ich will meinen Heilpraktiker" und geben Sie uns Ihre Stimme oder schreiben Sie einen Erfahrungsbericht.

Heilpraktiker sind eine wichtige Ergänzung des Gesundheitswesens. Das sagen nicht nur wir, sondern vor allem die Menschen, für die wir arbeiten.

Hier finden Sie – ständig wechselnd – eine Auswahl der Stimmen und Erfahrungsberichte „pro Heilpraktiker“, die uns erreicht haben. Danach überzeugen Heilpraktiker unter anderem mit ihrer Flexibilität und ihrer fundierten Kenntnis auch und gerade der alternativen Heilmethoden. Dass ihre Arbeit nicht von Kosteneffizienz, sondern von einem humanistischen Weltbild geprägt ist, dass sie sich Zeit nehmen und den Menschen ganzheitlich betrachten, macht den Heilpraktiker gerade in einem ansonsten wirtschaftlich durchrationierten Gesundheitswesen unerlässlich.

Aus Gründen des Identitätsschutzes versehen wir die Meinungen lediglich mit Vornamen und Ort des Autors/der Autorin.

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Mit freundlicher Unterstützung

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durch die Kooperation freier Therapeutenverbände und die Paracelsus Heilpraktikerschulen.

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Aus der Welt der Heilpraktik


  • Dumpfes Leben ohne Sinn und Freude

    Welttag der Suizid-Prävention/ VFP: Meist sind Depressionen Grund für Selbsttötungen / Es gibt Hilfe

    Am 10. September ist Welttag der Suizid-Prävention. Der Tag mit dem sperrigen Namen hat seine traurige Berechtigung: In Deutschland nehmen sich jedes Jahr rund 10 000 Menschen das Leben. Meist, so der Verband Freier Psychotherapeuten, Heilpraktiker für Psychotherapie und Psychologischen Berater (VFP) in einer Pressemitteilung, war eine Depression Grund für die Selbsttötung. Hilfe sei aber möglich.

    „Depressionen sind beinahe eine Volkskrankheit“, schreibt der Berufsverband. Das deckt sich mit den Erhebungen der Krankenkassen. Vor dem Hintergrund des gesellschaftlichen Wandels, unsicherer Lebensplanung und immer schnellerer Digitalisierung nehmen psychische Belastungen in allen Gesellschaftsschichten zu. Wer keine Hilfe bekommt, kann lebensgefährlich erkranken: „2015 starben in Deutschland mehr als 10 000 Menschen durch eigene Hand. Damit fordert der Suizid mehr Opfer als Verkehrsunfälle, Drogen und Mord zusammen!“

    Die meisten Suizidenten litten unter Depressionen. Der VFP: „Das Problem ist: Eine Depression fällt nicht vom Himmel. Sie entwickelt sich schleichend. Der oder die Betroffene merkt oft gar nicht, was mit ihm oder ihr passiert. Wenn sie es merken, scheint alles zu spät: Das Leben ist sinnlos, öde und leer.“ Es sei anstrengend, die Fassade des „Funktionierens“ in Familie und Beruf aufrechtzuerhalten. „Irgendwann kann und will der Betroffene nicht mehr.“

    Einem Menschen mit Depression scheint die Situation aussichtslos. „Entscheidend“, so die Heilpraktiker für Psychotherapie, „ist die Erkenntnis, dass man krank ist. Denn eine Depression ist nicht ,die Wahrheit‘, sondern eine Erkrankung. Und sie lässt sich gut behandeln!“ Und das nicht zwingend medikamentös. „Natürlich sind stimmungsaufhellende Medikamente gerade zu Beginn einer Therapie hilfreich. Aber die Lösung entwickelt der Betroffene mit Unterstützung des Therapeuten selbst!“

  • Psychischer Schleuderkurs in der Lebensmitte

    Die Midlife-Crisis ist mehr als nur Klischee: Grade im Herbst leidet mancher an der Seele

    Eigentlich hätte Knut allen Grund zu guter Laune: Er treibt Sport und ist – für Mitte 40 – gesund und fit. Der Arbeitsplatz scheint sicher, das Geld reicht, die Kinder sind aus dem Gröbsten raus und die Ehe scheint besser als bei manchem im Bekanntenkreis. Doch immer öfter, das merkt er inzwischen selbst, fängt er an zu grübeln, ist gereizt oder traurig. Auch das Wetter schlägt ihm aufs Gemüt – bislang fand er den Herbst eher angenehm. „Das ist die Midlife-Crisis“, denkt Knut halb ratlos, halb im Scherz – und liegt damit genau richtig.

    „Die Midlife-Crisis gibt es wirklich“, schreibt der VFP, der größte Berufsverband freier Psychotherapeuten in Deutschland. „Die Midlife-Crisis ist zwar keine psychische Erkrankung oder Störung im engeren Sinne; das heißt aber nicht, dass sie unproblematisch ist.“

    Das Phänomen wurde zuerst in den 70er Jahren beschrieben. „Heute ist der Begriff meist mit Klischees behaftet. Das macht es für Betroffene nicht leichter“, so die Freien Therapeuten. „Tatsächlich handelt es sich um eine krisenhafte Phase, die aber nicht jeder erlebt und die auch nicht immer gleich verläuft.“

    Für sich genommen ist die Midlife-Crisis nicht schlimm. Sie sei Bestandteil der seelischen Entwicklung des Menschen: „Menschen richten ihr Leben – bewusst oder unbewusst – auf Ziele und Lebensträume aus. Und so zwischen 40 und 50 zieht bei vielen das Unterbewusstsein Bilanz: Was habe ich erreicht? Was ist von meinen Träumen geblieben? Und was bleibt mir jetzt noch? Das kann ziemlich anstrengend sein.“

    Meist endet der psychische Schleuderkurs mit einer Stärkung der Persönlichkeit, bilanziert der VFP die Erfahrungen aus mehr als 11 000 Praxen in ganz Deutschland. Unter Umständen könne die Midlife-Crisis aber auch zum wirklichen Problem werden: etwa bei einem Hang zu depressiven Verstimmungen oder wenn die Seele vorbelastet ist. Spätestens, wenn man sich selbst nicht mehr wohlfühlt oder wenn das Umfeld reagiert, sollte man sich professionelle Hilfe suchen. „Es ist keine gute Idee, die seelische Zwischenbilanz medikamentös wegzudrücken“, so der Verband. „Aber es gibt eine Reihe erprobter und bewährter Methoden, mit denen sich vermeiden lässt, dass aus der psychischen Krisensituation eine ernsthafte Störung wird.“

  • Achtsam gegen den Weihnachtsstress

    Scheinbar simple Technik hilft, die Adventszeit zu genießen

    Mit jedem Wochenende scheint die Vorweihnachtszeit stressiger zu werden, bis zum großen Finale am Heiligen Abend, der in vielen Familien alle Jahre wieder wenig harmonisch endet. Zum Ausklang folgen dann häufig noch wechselseitige Familienbesuche – auch nicht immer die reine Freude. Der VFP ist der größte Berufsverband freier Psychotherapeuten. Er empfiehlt eine scheinbar simple Technik, die jeder anwenden könne.

    „Auch Psychotherapeuten sind gegen Weihnachtsstress nicht gefeit“, sagen die Heilpraktiker. „Aber: Achtsamkeit hilft!“ Den Begriff kennt Mancher vielleicht aus der Gedankenwelt des Buddhismus, und in der Tat kommt das der Sache ziemlich nahe: „Viele Menschen verwechseln Achtsamkeit mit Konzentration. Dabei ist Konzentration eigentlich das genaue Gegenteil: Man fokussiert sich auf etwas, auf eine Aufgabe oder ein Thema. Bei der Achtsamkeit ist man offen und nicht fokussiert.“

    Und wie soll das helfen gegen Terminstress und quengelnde Kinder auf dem Weihnachtsmarkt? „Wer achtsam ist, nimmt natürlich auch das wahr, was nervt und stresst. Der Punkt ist aber, dass man eben nicht darauf fokussiert ist, sondern offen bleibt auch für andere, schöne Dinge, Erfahrungen und Momente.“ Das funktioniert, so der VFP, indem man „bewertungsfrei wahrnimmt. Also beispielsweise ,ich habe Kopfschmerzen‘ oder ,ich fühle mich erschöpft‘ - und fertig. Keine Wertung, einfach nur den Fakt feststellen – und dann nicht weiter drauf rumdenken!“

    Die Aufmerksamkeit soll sich öffnen für das, was in dem Moment geschieht, also weder in die Zukunft denken, noch an etwas – meist Ärgerlichem – in der Vergangenheit hängen.

    „Der eigentliche Trick ist“, so die Psychotherapeuten des VFP, „dass durch die Achtsamkeit einerseits ständig neue – und eben auch schöne! – Eindrücke ankommen, die auch gute Gefühle auslösen. Unangenehmes wird wahrgenommen und registriert – und dann wieder losgelassen. Man bleibt also seelisch im Fluss und vermeidet das uneffektive und wirklich nicht hilfreiche Festhalten an dem, was stört.“ Man sei bewusst in der Gegenwart. „Das klingt simpel, braucht aber etwas Übung. Viele Volkshochschulen bieten dazu Kurse an. Achtsamkeit macht das Leben leichter!“